Der Velodieb, der unters Auto kam von Simon Libsig | Buchbesprechung

Simon Libsig hat vor ein paar Wochen seinen zweiten Roman veröffentlicht. Einen zeitlosen Schelmenroman. Dass Libsig Romane schreibt, war mir entgangen, kannte ich den selbsternannte Schweizer Scharfdichter doch eher als Wortpoeten auf der Bühne. Dass LIbsig allerdings so schreiben kann, dass der Text auch zum Selbstlesen funktioniert, hat er mit diesem kleinen Buch bewiesen.

Es war einmal in einer Zeit vor unserer Zeit. Ein junger Mann aus Zürich hatte sein Studium geschmissen und beschlossen, nach Baden auszuwandern, um dort sein Glück zu suchen. LIbsigs Schelm heißt Frederik Dubois und landet schließlich in einem kleinen Zimmerchen im Haus einer Schlummermutter. Da er Geld braucht, um die Miete zahlen zu können, macht er sich auf die Suche nach Einnahmequellen. Dass er deren gleich zwei findet – eine für den Tag und eine für die Nacht –, verdankt er nicht nur seiner Schlagfertigkeit, sondern auch seinem latent kriminellen Naturell und seinem Charme.

Mit letzterem versucht er die Tochter des neuen Chefs, Elly, zu bezaubern, die aber aus geschäftlichen Gründen und alter Zeiten willen mit dem Sohn des Stadtrats Dürr liebäugelt, der eine bessere Partie zu sein scheint. Scheine belieben zu trügen, denn Dürr hat seinem Image zum Trotz sein Vermögen längst verloren und ist so brav nicht, wie er zu sein vorgibt – obwohl er das seiner Familie gegenüber verheimlicht. Jedenfalls so lange das noch möglich ist.

Ein paar von Frederik geklaute Velos, ein paar vom Bluthund geschaffene Leichen und eine Verkettung ziemlich vieler ziemlich verflixter Zufälle später ist die verrückt Geschichte fertig erzählt und alle bekommt, was sie verdient haben. So ungefähr jedenfalls – und durchaus nicht ohne Moral. Und wenn sie nicht gestorben sind, beissen sie die Hunde.

Eine rasante und witzige Geschichte, die sich wie aus einem Guss anfühlt und auch so liest.

Lesen lohnt sich!


Verlag: Librium, Baden
141 S., gebunden
ISBN: 978-3-9525046-0-4
Gestaltung Cover: Philipp Condrau vom Bureau Condrau
Gestaltung Buch: Groothuis. Gesellschaft der Ideen und Passionen. Hamburg