Erster Funke von Petra Ivanov | Buchbesprechung

Mit Erster Funke hat Petra Ivanov ein Prequel vorgelegt, das die Fragen beantwortet, wo und unter welchen Umständen sich ihr Ermittlerduo Regina Flint und Bruno Cavalli kennengelernt hat.

Dass sich Regina und Cavalli – niemand nennt ihn Bruno – vor ihrem ersten gemeinsam gelösten Fall schon mal getroffen haben, wird im ersten Roman Fremde Hände, der 2005 erschienen ist, angedeutet. Auch in späteren Büchern wird diese Begegnung in den USA hin und wieder erwähnt. Doch was ist damals wirklich geschehen?

Vor zwei Jahren konnte ich bereits ein bisschen mehr erfahren, denn im 2015 erschienenen Kurzthriller Hangar B, den es nur als eBook zu kaufen gab, erfuhr ich, wie Regina zehn Jahre vorher, als frischgebackene Staatsanwältin, auf einer Geschäftsreise in New York auf diesen kantigen Zürcher Polizisten namens Cavalli gestoßen war.

Der erste Buchteil von Erster Funke ist denn auch die Neubearbeitung von Hangar B und erzählt wie Cover Erster Funke zeigt den Schatten einer Frau vor einem hell leuchtenden türkisfarbenen Hintergrund, der an eine Unterführung denken lässt. Darunter Autorinname sowie Buchtitel und Untertitel: Flint und Cavalli – Wie alles begann.Cavalli sich als Berater des FBI in den Staaten aufhält, um ein betrügerisches Schweizer Paar festzunehmen, das heikle und streng geheime Bankdaten nach Übersee verkaufen will.

Nicht dass die erste Begegnung zwischen Cavalli und Regina eine sehr erfreuliche gewesen wäre! Im Gegenteil. Die Ereignisse nehmen Fahrt auf, als ein FBI-Agent Cavalli Mitwisserschaft unterstellt und ihn festnehmen will.

Kurzerhand taucht Cavalli unter. Regina, die von diesem Polizisten genauso fasziniert wie abgestoßen ist, wird für ihn zur Komplizin wider Willen. Doch schließlich gelingt es den beiden unter Lebensgefahr den Auftragskiller zu stellen, der, um an die heiklen Daten zu kommen, das betrügerische Paar ebenfalls gejagt hatte.

Damit ist Cavallis guter Ruf jedoch noch nicht wieder hergestellt, denn die Daten sind noch immer verschwunden. Ebenso unklar ist, in wessen Auftrag der Killer gearbeitet hat. Cavalli ahnt, dass er einer heißen Spur, die nach Washington führt, folgen muss, um die Wahrheit über die Daten und den Auftraggeber herauszufinden. Regina, die nach ihren offiziellen Terminen noch eine Woche Urlaub hat, begleitet ihn. Doch obwohl es zwischen den beiden knistert, wehren sie sich dagegen – wenn auch aus verschiedenen Gründen –, sich einander zu öffnen.

Regina fühlt sich in Washington beobachtet, beschattet, verfolgt, doch sie schiebt das auf den Schock nach der Konfrontation mit dem Killer, die sie wenige Tage zuvor nur knapp überlebt hatte. Hirngespinste? Doch Cavalli nimmt ihre Beobachtungen ernst und schon bald stellt er fest, dass auch er überwacht wird. Noch ist unklar, ob sich das FBI an die beiden geheftet hat, damit Cavalli es zu den Daten führt oder ob es die irisch-amerikanische Mafia ist, die ebenfalls, aus noch unklaren Gründen, unbedingt an die Daten gelangen will.

Regina geht unabhängig von Cavalli einer Spur nach, um die Daten zu finden, während Cavalli sich auf ein Date mit einer Senatsabgeordneten einlässt. Als Cavalli kurz darauf nach einem nächtlichen Spaziergang verschwindet, überstürzen sich die Ereignisse.

Spannung pur bis auf die letzte Seite!

Der einzige Wermutstropfen (vermutlich aber nur für mich als Cavalli & Flint-Leserin der ersten Stunde) ist eine chronologische Unstimmigkeit: Regina und Cavalli nutzen in diesem Roman nämlich moderne Smartphones mit Mail- und GPS-Funktion, wie es sie damals, als die Geschichte eigentlich gespielt haben sollte, noch nicht gab.

Natürlich schmälert es den Lesegenuss nicht wirklich, denn Petra Ivanov versteht ihr Handwerk und sie versteht es, ihre Figuren glaubwürdig und lebendig zu zeichnen. Figuren? Menschen! Menschen, die es schnell in mein Herz geschafft haben und von denen ich ja inzwischen schon vieles gelesen habe.


Hardcover
€ 19.00, FR 25.00, €[A] 19.50
Gebunden
256 Seiten
ISBN 978-3-293-00516-7
Unionsverlag