Die Wut, die bleibt von Mareike Fallwickl | Buchbesprechung

Lolas Mutter Helene stürzt sich vom Balkon. Die Sechzehnjährige kann nicht begreifen, warum sich ihre Mutter das Leben genommen hat. Auf einmal ist da ganz viel Wut in ihr, Wut auf Helene, auf sich selbst und später auf die Typen, die sie und ihre Freundin Sunny im Skaterpark angegriffen haben. Auch Sarah, Helenes beste Freundin, ist schockiert. Ebenso der Ehemann und die zwei kleinen Söhne. Immerhin wird für die drei Männer gesorgt, denn Sarah füllt die Lücke.Zuerst nur ein wenig, doch bald ist sie Teil des Familiensystems. Und auf einmal versteht sie Helene und wie schwer die Last der Welt auf den Schultern der Frauen liegt. Lola und Sunny wachsen zu jungen Frauen heran, die sich nichts gefallen lassen, sich sogar aktiv wehren. Sie finden in einer Gruppe junger Frauen Halt und Raum, die gemeinsam Selbstverteidigung lernt. Wir begleiten Sarah und Lola, die nach dem Suizid eines geliebten Menschen weiterzuleben und die Lücke zu überbrücken lernen. Mareike Fallwickl sieht hin, wo es weh tut, und schreibt radikal, mitreissend, sinnlich und kämpferisch. Mit ihrem dritten Roman ermutigt sie, über die mentale Last zwischenmenschlichen Zusammenlebens nachzudenken.


Roman von Mareike Fallwickl, 2022, rowohlt

Gebunden: 22,00 €
E-Book: 15,90 €