{"id":590,"date":"2015-01-07T23:52:51","date_gmt":"2015-01-07T22:52:51","guid":{"rendered":"http:\/\/denise-maurer.schriftgut.ch\/?page_id=590"},"modified":"2023-03-05T14:21:59","modified_gmt":"2023-03-05T12:21:59","slug":"kunst-fragen-antworten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/denise-maurer.schriftgut.ch\/?page_id=590","title":{"rendered":"Kunst \u2013 eine Ann\u00e4herung"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein paar Gedanken<\/strong><b><br \/> <\/b><\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><b>Was verstehe ich unter Kunst?<\/b><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ich glaube, dass es Menschen gibt, die eine K\u00fcnstlerInnenseele beherbergen und welche, die nicht. Das ist \u00e4hnlich, wie wenn jemand eine Affinit\u00e4t f\u00fcr Holz hat, der andere f\u00fcr Zahlen, die dritte f\u00fcr Zusammenh\u00e4nge. Irgendwann im Leben wurden bestimmte Areale im Hirn wohl diesbez\u00fcglich vermehrt stimuliert, meinte neulich mal eine Freundin. Maybe.<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen mit K\u00fcnstlerInnenseelen nehmen, meiner These zufolge, die Umwelt aus einer Perspektive wahr, die sehr bewusst Erlebtes, Gedachtes, Geschehenes und Erfahrenes verdaut und schon in dieser Phase erkennt, wie dieses sich im Prozess Befindliche ausgedr\u00fcckt werden kann. Input-Output. Essen-Verdauen. Das Verdauen als zentraler Prozess \u2013 gar nicht mal so un\u00e4hnlich der Aufgabe der fr\u00fcheren Hofnarren: Transformation der Gegenwart, des Zeitgeistes, gesellschaftlich und politisch relevanter Themen. Kunst ist f\u00fcr mich auch das Erschaffen eines Abbildes der eigenen Wahrnehmung der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer dieses Bed\u00fcrfnis hat und ihm nachgibt, ist \u2013 ungeachtet dessen, wie angesehen er ist und wie genial oder bescheiden seine Werke auch immer sind \u2013 in meinen Augen ein Mensch mit einer K\u00fcnstlerInnenseele. <strong><a href=\"https:\/\/denise-maurer.schriftgut.ch\/artikel\/das-wesen-der-kuenstlerinnenseele-ein-plaedoyer\/\">D<\/a><a href=\"https:\/\/denise-maurer.schriftgut.ch\/artikel\/das-wesen-der-kuenstlerinnenseele-ein-plaedoyer\/\">azu auch mein Text hier.<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und ja, ich verstehe mich als Mensch mit einer K\u00fcnstlerinnenseele und auch als K\u00fcnstlerin. Obwohl ich mich mit Etiketten schwertue. Ich sehe mich als Kunstschaffende, unabh\u00e4ngig davon, ob ich mit meinen Werken Erfolg habe oder nicht. Einfach um meiner Art und Weise willen, wie ich denke und die Welt wahrnehme.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><b>Worum geht es bei meiner Kunst?<\/b><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Was mich antreibt, ist vermutlich das Bed\u00fcrfnis, die Sehnsucht nach Antworten zu stillen. Antworten zu finden auf jene Fragen, die mich am meisten besch\u00e4ftigen. Und den Prozess dieser Suche mit andern zu teilen. Schreibend vor allem.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine brennendsten Themen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die intensive Auseinandersetzung mit Sterblichkeit und Verg\u00e4nglichkeit allen Lebens sowie der Sinn desselben. Kurz: Worum geht es im Leben und was soll der Tod?<\/li>\n\n\n\n<li>Sch\u00f6nheit und ihre umfassende und heilsame Bedeutung.<\/li>\n\n\n\n<li>Unser stetiger Zerfall und seine Auswirkungen auf uns: gesellschaftlich, politisch, spirituell, gesundheitlich. Wohin, Menschheit?<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberfluss und Mangel auf der Welt und im pers\u00f6nlichen Leben. Damit einhergehend: Ausgleich, Balance, Heilung.<\/li>\n\n\n\n<li><b>Wie entstehen meine Kunstwerke?<\/b><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Meine mir liebsten und kostbarsten Texte oder Bilder entstehen meistens nach einer Art Musenkuss. Denn den gibt es wirklich. Bei mir kann das ein Traum sein, ein Gespr\u00e4ch, ein stiller Spaziergang, eine Erfahrung, ein Gedankenblitz. Dabei geschieht etwas in mir, eine innere T\u00fcre geht auf. Ich lasse mich konzentriert auf das ein, was ist, was in mir geschieht, auf das, was kommt und setze es um. Ich schreibe zum Beispiel einen Text. Dabei schaue ich mir gleichsam zu, was meine Gedanken und Gef\u00fchle mit meinen Fingern anstellen. Das fasziniert mich immer wieder neu. Dieser Teil meines Kunstschaffens ist bei mir der inspirierteste Teil des gesamten Prozesses. Und dieser Teil ist es wohl auch, der mich am meisten n\u00e4hrt und begl\u00fcckt.<br \/>\nDoch will ich nun, dass das von mir Erschaffene auch zu anderen Menschen sprechen kann, kommt nun der handwerkliche Teil ins Spiel. In den Bildhauerjargon \u00fcbersetzt komme ich nun zum Feinschliff und arbeite intensiv am Text oder Bild weiter. So lange, bis ich das Gef\u00fchl habe, dass nun etwas in sich Ganzes entstanden ist. Den Schlusspunkt zu setzen, f\u00e4llt mir noch immer sehr schwer. Manchmal kann ich das Entstandene gleich freigeben, sprich einen Text oder ein Bild via Blog oder Webseite ins Netz hochladen, und machmal m\u00fcssen die Dinge erst einmal ruhen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit meinen Romanmanuskripten gehe ich diesbez\u00fcglich sehr behutsam um und zeige \u2013 nahen Menschen vorerst \u2013 nur kleine Teile davon. Der Moment der Fertigstellung und der \u00d6ffnung f\u00fcr andere ist dort noch nicht erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Kunstschaffen ist wie Kochen. Je besser Zutaten, K\u00f6nnen, Wissen, Motivation und Hingabe aufeinander abgestimmt sind, desto besser kann das Gericht werden. Wenn ich mich auf die Zubereitung einlasse. Es gibt Gerichte, die f\u00fcr ihre Zubereitung viel Zeit brauchen, weil sie lange vor sich hin kochen wollen, andere wiederum sind schnell zubereitet. Dennoch k\u00f6nnen sie, ist Liebe im Spiel, meinen Hunger stillen.<br \/>\nWas auch eine wichtige Absicht meiner Kunst ist: N\u00e4hren und ber\u00fchren \u2013 mich und andere. Und authentisch muss sie sein, die Kunst, ungek\u00fcnstelt. Unverstellt.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><b>Habe ich ein Atelier?<\/b><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Meine Ateliers sind meine Wohnung, mein gro\u00dfer Esstisch, mein Laptop. Und nat\u00fcrlich auch das Atelier meines Partners, worin ich schon mitausgestellt habe.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><b>Wie bin ich K\u00fcnstlerin geworden?<\/b><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Wie bin ich Mensch geworden? Die Antwort gebe ich wohl bereits in meinen Gedanken zur K\u00fcnstlerInnenseele weiter oben. Ich bin, die ich bin, kurz gesagt.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><b>Wie verbringe ich einen \u201enormalen\u201d Tag?<\/b><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ein normaler Tag \u2013 was war das gleich? *lach*<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, klar, ich habe meine Rituale. Der Morgen geh\u00f6rt meistens mir und meinen k\u00fcnstlerischen Intentionen. Ich fange, wenn immer m\u00f6glich, den Tag sehr ruhig an. Tee im Bett, erste Blicke ins Internet oder das Schreiben der Morgenseiten. Gerne w\u00fcrde ich den Satz in umgekehrter Reihenfolge schreiben, aber das w\u00e4re geflunkert, denn ich schaue doch h\u00e4ufiger zuerst ins Internet als ins Morgenseiten-Notizbuch.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen kann ich mich oft sehr gut fokussieren und die Gedanken, die ich in den ersten Stunden des Tages habe, riechen nach \u201eHeute ist alles m\u00f6glich!\u201c Sp\u00e4ter sammle ich mich und \u00fcbe eine Zeitlang Yoga. Das hilft mir, den Boden unter den F\u00fc\u00dfen zu sp\u00fcren. Mit einigen Sonnengr\u00fc\u00dfen, dem Berg und dem Baum schlie\u00dfe ich diese Runde ab. Fr\u00fchst\u00fcck gibt\u2019s bei mir eher sp\u00e4t. Ich kann am fr\u00fchen Morgen nicht essen, habe auch keinen Hunger. Nur Durst. Ich mag viel trinken. Am liebsten Kr\u00e4utertee und Wasser. Oft notiere ich mir dabei meine Tagesziele. Dazu verwende ich kleine Post-It-Zettel, die ich auf einen Block klebe und nach Priorit\u00e4ten ordne. Sp\u00e4ter setze ich mich an den Laptop und beantworte Mails, schreibe einen Blogartikel, bearbeite Bilder, arbeite an einem Projekt. Idealerweise komme ich sogar dazu, an meinem Romanprojekt zu arbeiten, doch das liegt nun schon eine Weile brach. Andere Projekte dr\u00e4ngen sich vor oder ich erledige Auftr\u00e4ge f\u00fcr KundInnen im Rahmen meiner Teilselbst\u00e4ndigkeit. Auch suche ich zurzeit wieder eine erg\u00e4nzende Arbeitsstelle, weil meine Teilselbst\u00e4ndigkeit und meine Kunst noch zu wenig zum Leben einbringen. Obwohl ich ja sehr einfach lebe, sind Miete und Krankenkasse in der Schweiz nicht eben billig. Andererseits sch\u00e4tze ich den Komfort meiner kleinen Wohnung sehr.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><b>Wie finanziere ich mein \u201eK\u00fcnstlerinnenleben\u201d?<\/b><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Wie gesagt: Ich bin teilselbst\u00e4ndig (und ich suche aktuell eine Teilzeitstelle, um die prim\u00e4ren Fixkosten decken zu k\u00f6nnen).<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><b>Wo kann man meine Kunst sehen und vielleicht sogar kaufen?<\/b><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Meine Kunst \u2013 Texte vor allem \u2013 gibt es auf <strong><a href=\"https:\/\/denise-maurer.schriftgut.ch\">dieser meiner Webseite<\/a><\/strong> zu sehen.<br \/>\nLinks zu meinen Bildern gebe ich auf Anfrage gerne per Mail bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">~~~<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00a9 by Denise Maurer, im Januar 2015<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>________________<\/p>\n\n\n\n<p>Die obigen Fragen habe ich<strong> <a href=\"http:\/\/hagen.cocoate.com\/2015\/01\/05\/arm-am-strand\/\">Hagen Grafs Blog<\/a><\/strong> entnommen und hier f\u00fcr mich beantwortet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein paar Gedanken Ich glaube, dass es Menschen gibt, die eine K\u00fcnstlerInnenseele beherbergen und welche, die nicht. 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