Wir sind dieser Staub von Elizabeth Wetmore | Buchbesprechung

Irgendwo in der texanischen Wüste. 1976. Die fünfzehnjährige Glory flüchtet vor ihrem Vergewaltiger. Die Ich-Erzählerin Mary-Rose, eine junge Farmerin und Mutter, rettet sie unter Lebensgefahr, zieht aber nach dieser traumatisierenden Erfahrung zurück nach Odessa. Dort verbündet sie sich mit unterschiedlichen Frauen, die alle Schweres erlebt haben. Sie ist dennoch krank vor Angst, ihrem Peiniger erneut zu begegnen.

Buchcover zeigt einen wolkigen Himmel in Violetttönen über brauner Wüste. Darauf in weißer Schrift der Buchtitel, darüber, klein in weißer Schrift der Autorinname. Elizabeth Wetmore lässt die Frauen abwechselnd aus ihren Perspektiven von struktureller, sexistischer und rassistischer Gewalt durch weisse Männer erzählen. Gerechtigkeit hängt hier von Geschlecht und Herkunft ab. Während die frühreife Mexikanerin Glory als Flittchen beschimpft wird, hat die Bevölkerung Verständnis für den Vergewaltiger. Mary-Rose setzt sich als Einzige für Glory ein; sie ist die einzige Frau im Gerichtssaal.

Die Autorin erzählt bildhaft, literarisch überzeugend, in einer schonungslos-rauen, kraftvoll-poetischen Sprache von einer Welt, in der Männer auf Ölfeldern arbeiten und Frauen von diesen bedroht oder getötet werden. Am Ende steht dennoch die leise Hoffnung auf eine neue Generation von Frauen, die sich längst nicht mehr alles gefallen lässt.

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Roman von Elizabeth Wetmore
Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné
Originaltitel Valentine

Eichborn 2021
Erschienen: 30.09.2021
Hardcover
22,00 €
ISBN 978-3-8479-0092-4

eBook (epub)
14,99
EAN 9783751709545

Hörbuch (Download) ungekürzt
19,99
EAN 9783838799391